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Presseartikel-Archiv

Ältere Presseberichte aus dem BFW Würzburg

Sich verlaufen tut nicht weh!
BFW feiert mit Bürgerfest und Ehemaligentreffen sein 25-jähriges Bestehen
MAIN-POST 2005-10-19

Veitshöchheim - Seit 25 Jahren bildet das Berufsförderungswerk (BFW) in Veitshöchheim sehbehinderte und blinde Menschen aus und hilft bei der beruflichen und sozialen Integration. Um die Verbundenheit zwischen der Gemeinde Veitshöchheim und dem BFW zum Ausdruck zu bringen und sich für das gute Miteinander zu bedanken, hatte die Rehabilitationseinrichtung zu einem Burgerfest geladen. Gleichzeitig waren mehr als 100 Absolventen der Ausbildungsmaßnahmen zu einem Ehemaligentreffen in die Würzburger Stadtrandgemeinde gekommen.

Foto von Besuchern beim Tag der offenen Tür

Foto von Besuchern beim Tag der offenen Tür

130 Mitarbeiter bilden derzeit über 200 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet in der Veitshöchheimer Einrichtung aus. "Es geht um Erwachsene, die bereits einen Beruf erlernt hatten, diesen aber aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht mehr ausüben können", erläuterte Marcus Meier, Pressesprecher des BFW. Häufig sind Unfälle oder Krankheiten Ursache der plötzlich auftretenden Schädigungen. Je nach Grad der Sehbehinderung und unter Berücksichtigung der persönlichen Neigungen können die Teilnehmer aus 14 verschiedenen Metall-, Verwaltungs- und kaufmännischen Berufen die passende Umschulungsmaßnahme wählen. "Unter den bundesweit drei Einrichtungen, die sich um die Rehabilitierung von sehbehinderten und blinden Menschen kümmern, bieten wir in Veitshöchheim als einziges die Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen an", betonte Meier. Rund 3000 Teilnehmer haben in den letzten 25 Jahren Umschulungsmaßnahmen in Veitshöchheim durchlaufen, und das mit Erfolg: bei rund 70 Prozent der Absolventen ist die berufliche Wiedereingliederung gelungen.

Im Veitshöchheimer Ortsbild gehören Passanten mit einem Langstock längst zum gewohnten Bild. "Unsere öffentliche Gaststätte "Roter Punkt", die sich auch in unserem Logo wieder findet, ist ein Berührungspunkt, wo Bevölkerung und Teilnehmer in Kontakt kommen", erläuterte Meier. Viele Vereine veranstalten in dem öffentlichen Lokal ihre Stammtische. Der frisch renovierten Speisesaal des BFW dient der Gemeinde als Veranstaltungsort und auch die Sporteinrichtungen werden von vielen Veitshöchheimern gerne genutzt. "Zudem haben sich die Geschäftsleute gut auf unsere Teilnehmer eingestellt", zeigte sich Meier zufrieden über die Aufnahme der sehbehinderten Menschen.

Um einen Einblick in die Arbeit des BFW zu gewähren, waren im ganzen, teilweise neu renovierten Haus zum Bürgerfest Stationen aufgebaut. Gelegenheit, selber einmal auszuprobieren, wie man sich mit dem Langstock und ohne etwas zu sehen bewegt, bot das Mobilitätstraining. Mit Simulationsbrillen wurden verschiedene Beeinträchtigungen bis hin zur völligen Blindheit produziert. "Ganz schön heftig", war denn auch die einhellige Reaktion der elfjährigen Veitshöchheimer Sebastian Schöning, Stefan Geratin und Sebastian Rossdeutsch.

"Unser Ziel ist es, die Selbständigkeit der Sehbehinderten und Blinden wiederherzustellen", erklärte Doris Ruprecht, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Guy Frachet die Orientierungs- und Mobilitätsschulung im BFW durchführt. Insbesondere die Angst davor sich zu verlaufen, lasse viele Teilnehmer panisch reagieren. "Aber verlaufen tut nicht weh und wir zeigen, wie man sich mit Hilfe markanter Punkte, der Verkehrsgeräusche und durch den Einsatz des Langstockes auch in einer völlig fremden Umgebung zurechtfinden kann, denn unsere Teilnehmer laufen buchstäblich durch das Nichts", so die Trainerin.



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