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Presseartikel-Archiv

Ältere Presseberichte aus dem BFW Würzburg

Augenblick der Wahrheit kommt oft nachts
Welche Anzeichen auf eine beginnende Sehbehinderung hindeuten
MAIN-POST 2005-06-09

Würzburg - Irgendwann droht uns allen eine Sehbehinderung. Grauer Star, Grüner Star oder Makula-Degeneration bleiben fast keinem über 65 erspart. Diese Augenkrankheiten gehören zu den häufigsten Ursachen für Sehbehinderung. Alle Autofahrer sollten sich sowieso einmal jährlich vom Augenarzt untersuchen lassen. Wenn die ersten Alarmzeichen auftreten, kann es schon zu spät sein. Deshalb: Augen auf, wenn es um Ihre Augen geht!

Oft kommt der Augenblick der Wahrheit nachts am Lenkrad. Die Scheinwerfer entgegenkommender Autos blenden unerträglich, dabei hat der andere längst abgeblendet. Die erhöhte Lichtempfindlichkeit ist ein Symptom für den Grauen Star (Katarakt).

Das Licht wird an der getrübten Linse gestreut, dadurch schwindet die Sehschärfe, als sähe man durch ein verschmiertes Brillenglas. "Dieser Prozess schreitet ganz langsam voran", erklärt Claudia Riedmann vom Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg für Blinde und Sehbehinderte: "Manche Menschen stellen auch fest, dass sie plötzlich wieder ohne Brille lesen können. "Was zunächst positiv klingt, könnte ebenfalls ein Anzeichen für den Grauen Star sein", so die Augenoptikermeisterin. Das Nahsehen kann sich durch die stärkere Streuung der Linse durchaus verbessern, Farben und Objekte in der Ferne erscheinen hingegen undeutlich.

Der Graue Star ist eine schlichte Alterserscheinung. "Jeder bekommt den Star, wenn er es nur erlebt", zitiert Claudia Riedmann aus ihrer Ausbildung. Es gibt Statistiken, die besagen, dass 99 Prozent aller Menschen über 65 mehr oder minder stark am Grauen Star leiden. Gegen die vernebelte Sicht kommt nur eine Operation an. Dabei wird unter örtlicher Betäubung eine Kunstlinse eingesetzt. "Das ist ein Routine-Eingriff", so Riedmann. Die Operation am Grauen Star gehört zu den häufigsten Operationen überhaupt.

Wenn die Sehschärfe trotz Brille nur noch 30 Prozent beträgt - Fachleute sprechen von Visus 0,3 -, beginnt die erste Stufe der Sehbehinderung. Bei einem Sehvermögen von zwei Prozent oder weniger (Visus 0,02) gilt man im sozialrechtlichen Sinne als blind. Das zählt für den Anspruch auf Blindengeld, selbsdt wenn noch ein Rest an Hell-Dunkel-Wahrnehmung vorhanden ist. Eine besonders tückische Erkrankung ist der Grüne Star. Seine weitaus häufigste Form, das so genannte Offenwinkelglaukom, das unbehandelt zu Blindheit führt, entwickelt sich schleichend, ohne dass die Betroffenen etwas davon merken. Langsam steigt der Augeninnendruck.

"Manchmal werden farbige Ringe um Lichtquellen herum wahrgenommen", erklärt Claudia Riedmann. Wenn Einschränkungen des Gesichtsfelds auftreten, ist bereits der Sehnerv geschädigt. Dagegen sei der Augenarzt dann machtlos, so die Würzburger Expertin.

Einer von zwanzig Deutschen ab 40 Jahren ist am Grünen Star erkrankt. Weil Symptome meist erst auftreten, wenn irreversible Schäden bestehen, empfiehlt der Berufsverband der Augenärzte, ab diesem Alter etwa alle zwei Jahre den Augen-innendruck messen zu lassen. Risikopatienten sollten diese Glaukom-Vorsorge schon ab dem 20. Lebensjahr machen. Dazu zählen Diabetes- und Herz-Kreislauf-Patienten, Menschen mit starker Kurzsichtigkeit sowie Patienten mit Glaukomfällen in der Familie, ergänzt Riedmann.

Wird der Grüne Star früh erkannt, ist er gut zu behandeln. In den meisten Fällen genügen Augentropfen. Schlechter sehen die Heilungschancen bei der altersbedingten Makula-Degeneration aus. Die Makula ist eine winzige Region in der Netzhautmitte. Dort befindet sich die Mehrzahl der Sehzellen. Im Alter kann es passieren, dass diese Sinneszellen absterben. Auch für diese Sehstörung gibt es typische Anzeichen. "Wenn ich beim Lesen das Gefühl habe, dass genau das Wort, auf das ich schaue, vor den Augen verschwimmt", sagt Claudia Riedmann, könnte das auf diese Krankheit hindeuten: "Gerade Linien wie Fensterrahmen wirken oft wellig oder verzerrt."

Die Sehstörung verläuft zwar ohne Schmerzen, beeinträchtigt aber das zentrale, scharfe Sehen massiv. Gefährdet sind besonders Raucher und Menschen mit heller Haut und hellen Augen. "Wichtig ist, die Augen immer gut vor der Sonne zu schützen", rät die Expertin. Hilfreich sind auch die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin. Insbesondere Grünkohl hat einen hohen Gehalt an Lutein, während Zeaxanthin vor allem in Mais vorkommt. Es gibt aber auch spezielle Nahrungsergän-zungsmittel, die diese Stoffe enthalten.

Vorbeugen ist bei der Makula-Degeneration besonders wichtig, da die Therapiemöglichkeiten begrenzt sind. Während sich die so genannte feuchte Form der Krankheit unter Umständen mit Laser in den Griff kriegen lässt, gibt es gegen die weitaus häufigere trockene Form keine Therapie.



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