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Presseartikel-Archiv

Ältere Presseberichte aus dem BFW Würzburg

Blindes Vertrauen in die Bundesbahn
Zwei Sehbehinderte schaffen den Bundesbahn-Rekord
MAIN-POST 2005-1-24

Sie haben jahrelang an der Strecke getüftelt. Ihr Ziel: 16 Landeshauptstädte in etwas mehr als 34 Stunden abfahren. Mit der Bahn. Am Ostermontag wagten die Passionierten Bahnfans Martin Rauhut und sein Freund Daniel Bergmann den Praxistest. Das Besondere: Die beiden 24-Järigen sind stark sehbehindert, müssen mit einem minimalen Rest Sehkraft auskommen.

Foto Martin Rauhut

Und sie haben es geschafft. Im Großen und Ganzen lief alles glatt. Nur beim Umsteigen in Fulda war es in letzter Minute noch mal knapp. "Da musste der Zug, mit dem wir aus München kamen, langsamer als geplant fahren", erzählt Martin Rauhut. Zum Glück ging's gut. Aber nervös sei er natürlich schon gewesen, sagt er, bis er schließlich in den letzten Zug Richtung Dresden eingestiegen war. "Von da an wussten wir, es konnte eigentlich nichts mehr schief gehen."

Waren sie sich immer sicher, dass ihre Rechnung aufgehen würde? "Na ja, wenn wir nicht daran geglaubt hätten, hätten wir es ja nicht probiert. Aber Bedenken, ob tatsächlich nichts dazwischen kommt, blieben natürlich bis zum Schluss", sagt er. Beim Umsteigen an den Bahnhöfen - 16-mal war's insgesamt nötig - halfen Service-Mitarbeiter der Bahn oder vom Roten Kreuz den jungen Männern.

Nur in Bingen mussten die gebürtigen Brandenburger allein klarkommen. "Ging aber auch ganz gut, das ist ein kleiner, übersichtlicher Bahnhof", sagt Rauhut, der zurzeit im Veitshöchheimer Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte eine Ausbildung absolviert.

Und jetzt eine kleine Siegesfeier? "Nein", sagt Rauhut, "lieber schlafen". Denn als sie realisierten, dass sie auf der Zielgeraden sind, habe die Anspannung nachgelassen - und da setzte plötzlich auch die Müdigkeit ein, zumal die beiden Bahnfans während der nächtlichen Zugfahrt gerade einmal drei Stunden geschlafen hatten. Das schlaucht.

Erst recht, wenn man sich offensichtlich schon wieder Gedanken über den nächsten Zug-Marathon gemacht hat. "Ja, da ist was in Planung", gibt Rauhut zu. Was aber genau, damit will der 24-Jährige nicht rausrücken ...



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