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Presseartikel-Archiv

Ältere Presseberichte aus dem BFW Würzburg

Heinrich Gschwing schult im Calwer Rathaus
Blinde Lehrkraft des BFW Würzburg schult im Rathaus von Calw
Veitshhöchheimer Mitteilungen 2004-11-22

Heinrich Gschwind ist Lehrkraft am Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg, einem Schulungszentrum, das sich auf die berufliche Integration blinder und sehbehinderter Erwachsener spezia-lisiert hat. Er leitet dort die Kurse für angehende Telefonisten, Telekommunikations-Operator und Fachkräfte für Telefonmarketing. Das Außergewöhnliche daran: Heinrich Gschwind ist selbst blind.

Foto Heinrich Gschwind

"Wer könnte unsere sehbehinderten und blinden Teilnehmer besser unterrichten und deren Probleme besser verstehen, als jemand der selbst blind ist?" erklärt Heinrich Gschwind (Foto rechts) und spricht damit für seine rund zehn blinden Lehrerkollegen am BFW Würzburg.

Wie selbstverständlich reiste Heinrich Gschwind nun von Veitshöchheim ins schwäbische Calw, um in der dortigen Stadtverwaltung die 38-jährige Elke Reutter "topfit" im Umgang mit Anrufern zu machen. Die ebenfalls blinde gelernte Bürokauffrau wurde von der BFW-Lehrkraft für ihre neue Aufgabe in der Telefonzentrale des Calwer Rathauses geschult. Für die zurückhaltende Schreibkraft, die seit 1994 im Calwer Rathaus arbeitet, kein leichtes Unterfangen. Inzwischen meldet sie sich am Telefon, gefördert durch das Sprachtraining mit Heinrich Gschwind, mit fester und verbindlicher Stimme. "Wir haben am Anfang des Sprachtrainings einfach Themen gewählt, die Frau Reutters Hobbies betreffen. Schon wurde Frau Reutter am Telefon offener und selbstbewusster..." gibt Gschwind Einblick in die kleinen Kniffe der zweitägigen Telefonschulung.

"Es macht mir großen Spaß..." berichtet die 33-Jährige über ihre neue Tätigkeit. "Vor allem der ständige Kontakt mit Menschen ist schön, das hatte ich als Schreibkraft weniger" betont sie. Auch Calws Bürgermeister Günter Riemer und Hauptamtsleiter Hans-Martin Dittus freuen sich über die "neue alte" Mitarbeiterin, die nun die gesamte Telefonvermittlung mit 500 Nebenstellen übernimmt. Hierzu wurde ihr Arbeitsplatz blindengerecht ausgebaut. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 40.000 Euro, der Landeswohlfahrtsverband übernimmt 90 Prozent davon. "Wir bekennen uns dazu, behinderten Menschen einen qualifizierten Arbeitsplatz anzubieten" unterstreicht Bürgermeister Günter Riemer und verweist auf die 25 schwerbehinderten Mitarbeiter der Stadt Calw, die fünf Prozent der Belegschaft stellen.

Auch Heinrich Gschwind ist von Elke Reutters Arbeit am Telefon begeistert. "Sie hat sich sehr schnell mit der neuen Aufgabe identifiziert und das kundenorientierte Verhalten rasch verinnerlicht" lobt der 55-Jährige Telefonexperte die Auffassungsgabe von Frau Reutter, bevor er zufrieden den "Heimweg" ins BFW Würzburg antritt.



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