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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Fleisch liegt auf 6 Uhr, Gemüse auf 3 Uhr
Küchenteam des BFW Würzburg versorgt täglich sehbehinderte und blinde Kunden
MAIN-POST 2006-05-19

Veitshöchheim - Die Frühschicht des Küchenteams im Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg in der Veitshöchheimer Einrichtung beginnt um 6 Uhr. Während sich die meisten um diese Zeit noch mal gemütlich umdrehen, bereiten BFW-Küchenchef Martin Eberle und seine elf Mitarbeiter das Frühstück für die rund 200 BFW-Teilnehmer vor.

Foto von Küchenleiter Martin Eberle

"Die Blindheit oder Sehbehinderung unserer täglich 600 Gäste ist für uns überhaupt kein Problem", sagt Martin Eberle und kann auf seine 25-jährige Erfahrung im BFW bauen. "Bei unseren Gästen mit Sehschwäche gibt es einiges zu beachten", erläutert er. So wird den blinden Teilnehmern das Essen am Tisch serviert, verbunden mit dem kurzen Hinweis, was es gibt und wo welche Beilage zu finden ist. "Das Fleisch legen wir auf dem Teller immer auf 6 Uhr, das Gemüse auf 3 Uhr", erläutert Eberle die seit Jahren bewährte Vorgehensweise. Die blinden Gäste wissen dann, dass sie das Fleisch am unteren Tellerrand, das Gemüse rechts in der Mitte finden. Der abwechslungsreiche Speiseplan unterscheidet sich dabei nicht von dem anderer Küchen. Lediglich bei Gerichten wie Schaschlik, Cordon bleu oder Rouladen, die für die blinden Besucher eine Verletzungsgefahr bergen könnten, werden die Spieße vorher entfernt. Mancher Gast, der täglich von martin Eberle und seinem Team bewirtet wird, zählt zu den deutschlandweit rund sieben Millionen Menschne, die an Diabetes leiden. Auch auf ihre Bedürfnisse ist das BFW Würzburg optimal eingestellt. Eine von ihnen ist die Diabetikerin Marianne Ebert. Die Lehrkraft für den Grundkurs Physikalische Therapie am BFW zählt zu den Stammkundinnen der BFW-Küche und ist seit ihrer Kindheit an Diabetes Typ 1 erkrankt.

Diät für Diabetiker

Seit über 20 Jahren kommt die sehbehinderte 49-Jährige regelmäßig zum Mittagessen in den BFW-Speisesaal. "Als Diabetikerin weiß ich die abwechslungsreiche Diätkost unseres Küchenteams sehr zu schätzen", ist sie voll des Lobes und lässt sich ihre frisch zubereitete Gemüseplatte schmecken.

Marianne Eberts kohlenhydrat-reduziertes, fett- und eiweißarmes Gericht ist nur ein Beispiel für die vielen Spezialbedürfnisse, auf die die BFW-Küche täglich eingeht. "Wir haben rund 40 Kunden, die individuell zusammengestellte Kost erhalten", erläutert der Diätassistent des BFW, Jürgen Heusler. "Das kann salz-, eiweiß-, kalium- oder cholesterinarm sein, magenschonend, gluten-, fleisch- oder laktosefrei oder eben ein Mix aus all diesen Vorgaben", gibt er Einblick in das gesundheitliche Anforderungsprofil der Gäste und lässt zusammen mit Küchenchef Eberle abschließend wissen; "Wir bieten für jeden Typ das richtige Essen!"

Inzwischen ist Marianne Ebert beim Obst-Nachtisch ihres Mittagsmenüs angelangt und erläutert einen weiteren Vorteil der BFW-Küche: "Sobald einer unserer diabeteserkrankten Rehabilitanden beim Mittagessen fehlt, fällt das der Küchencrew schnell auf. So kann man sichergehen, dass niemand wegen Unterzucker hilfsbedürftig auf seinem Zimmer liegt."

WM als kreative Spielwiese

Bei der Zusammenstellung des wöchentlichen Speiseplans geht das BFW-Küchenteam auch auf saisonale Spezialitäten oder spezielle Wünsche der Gäste ein. Ein besonderer Leckerbissen verspricht die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft zu werden. Hier haben sich Martin Eberle und seine Mitarbeiter für Juni und Juli 2006 schon einiges Kreatives einfallen lassen. "Unsere Gäste dürfen schon mal gespannt sein", lässt Martin Eberle wissen und ergänzt schmunzelnd: "Mehr wird noch nicht verraten."



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