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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Sehbehindert und selbstständig
Hartmut Graf aus Volkach eröffnet seine eigene Praxis
MAIN-POST 2008-02-08

Als die Sehkraft immer mehr nachließ, stellte sich für den heute 46-jährigen Hartmut Graf aus Volkach die berufliche Existenzfrage. Die ist für den bislang angestellten Physiotherapeuten heute geklärt: Er wird sich selbstständig machen. Unterstützt wurde er vom Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg, einem Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte.

Foto Hartmut GRaf an seinem PC-Arbeitsplatz

Einer der aus ganz Deutschland kommenden Ratsuchenden, die in Veitshöchheim geschult wurden, war Hartmut Graf aus Volkach. Bei dem Physiotherapeuten wurde vor über 15 Jahren Morbus Stargardt festgestellt, eine Erkrankung der Netzhaut an der schärfsten Stelle. Ab April wird der 46-Jährige – unbeeindruckt von seinem Handicap – beruflich neu durchstarten, teilt das BFW mit. Nach über zehn Jahren als Angestellter wird der Physiotherapeut dann in Volkach eine eigene Praxis eröffnen.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sagt sich der sehbehinderte Familienvater und freut sich auf die Herausforderung. Damit er die notwendige PC-Arbeit und Patientendokumentation künftig problemlos abwickeln kann, wandte er sich an die Sehhilfen-Experten des BFW Würzburg, heißt es in der Pressemitteilung der Einrichtung.

Während einer arbeitsplatzbezogenen Sehhilfenerprobung testete Graf dort, mit welchen Hilfsmitteln er seine tägliche Büroarbeit in Zukunft am besten bewältigen kann. „Wir kamen der optimalen Lösung jede Stunde ein Stückchen näher“, sagt Graf.

Das Ergebnis einiger arbeitsintensiver PC-Tage im BFW gehe bis ins kleinste Detail: ein 24 Zoll-Monitor, eine spezielle Vergrößerungssoftware und ein Bildschirmlesegerät in Form eines Kamerateiles sind Hartmut Grafs künftiges Handwerkzeug. „Mit diesen Hilfsmitteln und einer Hell-feldlupe wird Graf Rezepte und Überweisungen schnell und rückenschonend lesen können“, teilt Sehhilfenexpertin Jutta Walther mit. Ziel der Erprobung im BFW sei es, dem seheingeschränkten Arbeitnehmer wieder zur vollen Leistungsfähigkeit zu verhelfen. So sei es gelungen, wegen Sehproblemen wackelnde Arbeitsplätze zu erhalten. Auch Physiotherapeut Hartmut Graf ist optimistisch für seine Zukunft, die er in seiner eigenen Praxis sieht.

Die Kosten für die arbeitsplatzbezogene Sehhilfenerprobung im BFW sowie notwendige Arbeitsplatzausstattung und Hilfsmittel trage laut Mitteilung nicht der Arbeitgeber oder der Betroffene, sondern der zuständige Rehabilitationsträger.

Nach den Erkenntnissen der Sehexperten können Rückenschmerzen auch auf nachlassende Sehkraft zurückgehen. Wenn sich Texte und Tabellen am Bildschirm nicht mehr optimal erkennen lassen, beuge sich der Betroffene mit dem Oberkörper näher Richtung Monitor – unbewusst und für die Wirbelsäule problematisch. „Rückenbeschwerden sind immer wieder die ersten Anzeichen für Sehprobleme“, berichtet Walther aus ihrer jahrelangen Praxiserfahrung im BFW Würzburg.



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