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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Gute Noten für den Würzburger Einzelhandel
Blinde und sehbehinderte Absolventen des BFW Würzburg machten den Service-Check
MAIN-POST 2008-10-11

Würzburg - „Gesamturteil gut“ lautet das Fazit von Absolventen des Berufsförderungswerkes (BFW) Würzburg. Die blinden und sehbehinderten Teilnehmer des Bildungszentrums gingen in Würzburg pünktlich zur derzeitigen „Woche des Sehens“ auf Einkaufstour. Dabei prüften sie die Kundenorientierung und Behindertenfreundlichkeit der Würzburger Einzelhändler auf Herz und Nieren. Bewertet wurden Faktoren wie Service, Einwandbehandlung und Fachwissen.

Foto der Projektteilnehmer

„Mit meinem Langstock bin ich schnell als blinder Mensch zu erkennen“, erzählt BFW-Absolventin Monika Peterlik. „Kundenberater kommen daher meist rasch auf mich zu, um mir ihre Unterstützung anzubieten“, so die positive Erfahrung der angehenden Servicefachkraft für Dialogmarketing. Schwieriger sei die Situation für ihre sehbehinderten Kurskollegen, deren Handicap nicht so schnell zu erkennen sei.

Lucja Ritter kennt dieses Problem. Ihre Augenprobleme werden erst offensichtlich, wenn sie im Geschäft ihre Leselupe herausholt. „Vor allem kleingedruckte Informationen auf den Produkten machen es mir schwer“, erläutert sie. So habe sie in einem Geschäft die Pflegehinweise bei Textilien wegen der winzigen Schrift nicht entziffern können. Der herbeigeeilte Verkäufer sei zwar sehr hilfsbereit gewesen, habe ihr aber die falsche Auskunft gegeben.

„Blinde und sehbehinderte Kunden benötigen Ansprechpartner, die ihre Produkte bis ins Detail kennen“, stellen die BFW-Absolventen in ihrer Studie klar. Ihr konkreter Informationsbedarf sei durch ihr Handicap viel höher als bei Normalsehenden. Ideal ist in diesem Zusammenhang, wenn Einzelhändler das jeweilige Produkt und sein Aussehen mit Worten genau beschreiben. „Unter einer ‚sehr schönen Kaffeemaschine’ kann ich mir wenig vorstellen“, verdeutlicht Monika Peterlik. Wenn Material, Farbe und Form anschaulich geschildert werden, könne sie sich im Kopf ein konkretes Bild machen.

„Je kleiner das Geschäft, umso intensiver die Beratung“, fasst BFW-Lehrkraft Susann Strömer die Ergebnisse des Praxisprojektes zusammen. Wobei der Grat zwischen Kundenfreundlichkeit und Aufdringlichkeit sehr schmal sei. Was der eine Kunde als gute Betreuung ansehe, könne ein anderer schon als lästig empfinden.

Am besten abgeschnitten hat bei dem nicht repräsentativen Test bei rund zehn Einzelhändlern die Galeria Kaufhof. Dort wird blinden und sehbehinderten Menschen nach Terminabsprache ein eigener Mitarbeiter zur Seite gestellt, der sie beim Shopping durch das Haus begleitet. „Ideal ist es, wenn man sich für unsere Belange Zeit nimmt und der Händler seine Ware aus dem Effeff kennt“, lautet der abschließende Tipp der BFW-Absolventen an den Würzburger Einzelhandel.

Mehr über die Arbeit des BFW Würzburg erfahren Sie im Rahmen der bundesweiten „Woche des Sehens“ am Mittwoch 14. Oktober ab 15:00 Uhr beim Tag der offenen Tür der Augenklinik und am Donnerstag 15. Oktober ab 10:00 Uhr im Foyer der Stadtbücherei Würzburg.



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