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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Barrierefreiheit auf dem Weg nach oben
Sprachansage im Fahrstuhl hilft Sehbehinderten nun im BFW-Haus
WIESBADENER KURIER 2011-03-02

„Einen kleinen Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit“ gab es im Regional-Center Wiesbaden des Berufsförderungswerks Würzburg (BFW) zu feiern, wie Dieter Müller, Bezirksgruppenleiter des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen (BSBH), in einer kurzen Dankesrede aus besonderem Anlass betonte: Er nahm gemeinsam mit Sozialdezernent Arno Goßmann die Sprachansage in den beiden Aufzügen des Regional-Centers in Betrieb. Und zwar „in der Woche des Aufzugs“, wie Goßmann augenzwinkernd unterstrich, nachdem kurz zuvor bereits das Second-Hand-Kaufhaus und die Villa Schnitzler (siehe Artikel oben) ihre neuen Fahrstühle vorgestellt hatten.

Foto von der Inbetriebnahme des Aufzugs

Zur Finanzierung stellte der Dezernent 2 000 Euro aus seinem 2008 aufgelegten Programm „Bildung und soziale Teilnahme“ zur Verfügung; weitere 1 000 Euro steuerte die BSBH-Bezirksgruppe bei, die ihre Sprechstunden im BFW-Haus abhält. Dort unterstützt man unter der Leitung von Banu Özcan die rund 12 000 Blinden und 36 000 hochgradig Sehbehinderten in Hessen sowie die rund 32 000 Betroffenen aus Rheinland-Pfalz. Insgesamt leiden in Deutschland übrigens 155 000 Menschen unter Blindheit, also einem Sehvermögen von unter zwei Prozent, und 500 000 unter einer maximalen Sehkraft von zwei bis zehn Prozent auf dem besseren Auge.

In der Geschäftsstelle können Betroffene maßgeschneiderte zwölfmonatige Integrationsmaßnahmen absolvieren und sich mittels eines achtmonatigen Praktikums den Weg zurück ins Berufsleben ebnen lassen. Den Weg ins Center in der Bahnhofstraße 44 erleichtert ihnen ab sofort die Sprachansage, geplant von Nicole Bruchhäuser. Sie ist Innenarchitektin im Amt für Soziale Arbeit und bietet ihre Hilfe auch in der Beratungsstelle für barrierefreies Wohnen an. Mit der automatischen Ansage des Stockwerks über einen Lautsprecher gewährleistet die Neuerung, dass blinde und sehbehinderte Erwachsene selbstständig in den vierten Stock gelangen.

„Nie allein damit gefahren“

Wie wichtig diese Ansage ist, unterstrich Dieter Müller als Betroffener: „Wir können in einem Aufzug nie wissen, in welcher Etage wir uns befinden. Deswegen bin ich auch niemals allein damit gefahren.“ Bisher halfen im Aufzug nur zwei Markierungspunkte an den Knöpfen des vierten Stockwerks sowie des Ausgangs. Die allerdings waren von unverantwortlichen Menschen immer wieder versetzt worden, um Center-Besucher falsch aussteigen und herumirren zu lassen, berichtete Banu Özcan. Ein derartiges Verhalten verurteilte sie ebenso wie Goßmann: „Manchmal herrscht in unserer Gesellschaft halt große Kälte. Wenn man jemanden dabei erwischt, sollte man ihn nicht ungeschoren davonkommen lassen und zumindest zur Rede stellen.“



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