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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Das Ziel heißt Platz 5
Teams aus Würzburg und Mainz starten gemeinsam in die Blindenfußball-Bundesliga
Würzburg24.com

Würzburg/Mainz. - Blind sein und Fußball spielen? Das geht. Die blinden Kicker des Berufsförderungswerks (BFW) Würzburg haben es damit bis in die Blindenfußball-Bundesliga geschafft. Dort landeten sie in der letzten Saison überraschend auf dem 5. Platz. Am 16. und 17. April 2011 starten die Würzburger Fußballer beim ersten Spieltag in Köln in einer Spielgemeinschaft mit Mainz in die neue Saison.

Foto der Blindenfußballmannschaft

Blindenfußball ist am BFW Würzburg eigentlich Nebensache. Vorrangiges Ziel des Bildungszentrums ist es, blinde und sehbehinderte Menschen aus ganz Deutschland so fit zu machen, dass sie beruflich wieder Fuß fassen. Die BFW-Blindenfußballer trainieren also in ihrer Freizeit abends nach Kursende. Erfolgreich sind die Sportler trotzdem: In der Saison 2008 und 2009 landeten sie auf dem 6. Platz der Blindenfußball-Bundesliga, letztes Jahr war sogar der 5. Tabellenrang drin.

Der Spaß steht im Vordergrund

„Unser Ziel ist es, wieder unter den ersten fünf zu landen“, sagt Güngör Bayram, einer der Neuen im Würzburger Team. Der 24-Jährige erlernte am BFW in den letzten 12 Monaten die Punktschrift und hat nun die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten im Visier. Trotz seiner angeborenen Sehbehinderung spielte er bis zum Alter von 14 Jahren im Mittelfeld des 1. FC Mühlhausen, seinem Heimatverein in der Nähe von Heidelberg. Dann wurde das Sehvermögen so schlecht, dass er den Fußball zehn Jahre lang zur Seite legen musste. Zum Blindenfußball kam er, als er letztes Jahr im BFW Würzburg einfach mal unter der Schwarzbrille mittrainiert hat. Seitdem ist der gelernte Autosattler wieder vom Fußballfieber infiziert. Der Fan von Borussia Dortmund hofft nun, mit seinem Talent auch in der Blindenfußball-Bundesliga erfolgreich zu sein. „Der Spaß steht bei uns aber ganz klar im Vordergrund“, betont der Stürmer und freut sich auf die ersten Bundesligaeinsätze mit seiner Mannschaft, die dem Vital-Sportverein (VSV) Würzburg angeschlossen ist.

Spielgemeinschaft mit den Guide Dogs aus Mainz

Ein Routinier in der 2008 gegründeten Bundesliga ist Reiner Hoster. Der selbstständige Physiotherapeut spielt für die Guide Dogs der Behindertensportgemeinschaft (BSG) Mainz. Sein Team hat mit der Mannschaft aus Würzburg einiges gemeinsam. Zum einen viel Enthusiasmus, zum anderen wenig Spieler. Kurzerhand haben sich die beiden Teams für die Saison 2011 zur Spielgemeinschaft (SG) Mainz-Würzburg zusammen geschlossen. Mit gebündelten Kräften sind sie zuversichtlich, eine gute Saison hinzulegen.

Drei Spiele zum Auftakt

Nach mehreren gemeinsamen Trainingseinheiten treten die blinden und sehbehinderten Spieler der SG Mainz-Würzburg am Freitag 16. und Samstag 17. April zum ersten Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga in Köln an. Dann stehen gleich drei Spiele auf dem Programm. Neben dem FC St. Pauli und dem Team aus Berlin trifft die neu formierte SG dann auch auf den Deutschen Meister aus Stuttgart.

Vier blinde Feldspieler – ein sehender Torwart
Blindenfußball geht - von der Papierform her - ganz einfach. Gespielt wird auf einem 40 mal 20 Meter großen Spielfeld. Rechts und links gibt es eine Bande. Man spielt auf Handballtore und tritt pro Team mit vier blinden Feldspielern und einem sehenden Torwart an. Der Spielball ist innen mit Schellen versehen, die Augenpflaster und Schwarzbrille tragenden Spieler orten ihn durch ihr Gehör. Zwei Guides pro Mannschaft geben von außen taktische Kommandos und unterstützen die Spieler durch Zurufe. Wichtigste Regel: Sobald der ballführende Spieler angegriffen wird, ruft der Gegenspieler „Voy“, spanisch für „Ich komme“, um vor einem Zusammenprall zu warnen. Ein Kopfschutz ist bei der körperbetonten Sportart Pflicht. Die Spielzeit beträgt zweimal 25 Minuten. Mehr Infos unter www.blindenfussball.de



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