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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Alles im Blick
Thomas Ender und Peter Staubach machen sehbehinderte Arbeitnehmer fit am Computer
MAIN-POST Würzburg

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es in Deutschland rund eine Million Menschen mit Sehbehinderung. Viele Betroffene gehen ungeachtet des Handicaps einer festen Arbeit nach, arbeiten wie selbstverständlich im Büro und am PC. Gerade bei Software-Umstellungen und Updates stoßen Arbeitnehmer mit Seheinschränkung jedoch schnell an ihre Grenzen. Gut, dass es für diese große Herausforderung Spezialisten gibt: Spezialisten wie Thomas Ender und Peter Staubach vom Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg.

Teamkoordinator Oliver Schroeder (Mitte) und die beiden BFW-Dozenten Peter Staubach (links) und Thomas Ender (rechts)

Die beiden Mitarbeiter des Bildungszentrums für blinde und sehbehinderte Menschen werden von ihren Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet meist freudig erwartet. Die BFW-Dozenten sind fast ganzjährig auf „Deutschland-Tour“, um blinde oder sehbehinderte Arbeitnehmer vor Ort an deren PC-Arbeitsplatz zu schulen.

Oft geht es darum, Anwendungen wie Word, Excel oder Outlook anzupassen und die Computer-Nutzer mit der neuen Software vertraut zu machen. Zurzeit ist vor allem das Thema Office-Umstellung aktuell. Dass die Lehrkräfte des unterfränkischen Bildungszentrums selbst vom Handicap Sehbehinderung betroffen sind, ist für sie selbst kein Thema – im Gegenteil.

„Unsere sogenannte Behinderung ist bei unserer täglichen Arbeit ein Riesenvorteil“, betonen der hochgradig sehbehinderte Thomas Ender und der im Kindesalter erblindete Peter Staubach. „Wenn wir uns nicht auf die speziellen Bedürfnisse unserer sehbehinderten Kunden einstellen können, wer denn dann?“, begründen die PC-Experten nachvollziehbar, warum sie immer häufiger zu individuellen Schulungen bei Arbeitgebern in ganz Deutschland unterwegs sind. Wahlweise werden die Seminare natürlich auch vor Ort im BFW Würzburg angeboten. Dort haben Kunden auch die Möglichkeit, die Vollverpflegung und die Übernachtungsmöglichkeiten des BFW zu buchen.

Das Spektrum im Bereich „Berufliche Anpassung und Fortbildung“ (BAF) ist sehr vielfältig. „Wir schulen in Einmannbetrieben und in Großunternehmen, bei Sachbearbeitern und Führungskräften, von Software-Upgrades bis hin zur blindheitsgemäßen Darstellung von individuellen Firmenprogrammen“, erläutern die beiden Dozenten. Auch der Ort, die Dauer und die Inhalte der Seminare werden nach den jeweiligen Bedürfnissen individuell mit dem Kunden abgestimmt.

„Viele Arbeitgeber kennen unser Angebot nicht und sind lange auf der Suche nach geeigneten Dozenten für ihre sehbehinderten oder blinden Arbeitnehmer“, erklärt Teamkoordinator Oliver Schroeder vom BFW Würzburg. Die Resonanz sei hervorragend: „Arbeitgeber und ihre seheingeschränkten Mitarbeiter geben uns regelmäßig positive Rückmeldungen, wenn nach unseren PC-Seminaren wieder alles passt und die Abläufe funktionieren.“

Neben der passgenauen PC-Schulung von blinden und sehbehinderten Arbeitnehmern gibt es einen weiteren Arbeitgeber-Service des BFW: Mitarbeiter, die wegen einer Seheinschränkung zunehmend Probleme bei ihrer täglichen Arbeit haben, erhalten konkrete Unterstützung. Auf der Basis einer mehrtägigen Sehhilfenerprobung geben die Experten Tipps, mit welchen Hilfsmitteln der Betroffene an seinem Arbeitsplatz zu möglichst 100 Prozent Arbeitsleistung zurückfindet. Ist dies fraglich oder aktuell nicht machbar, berät man über weitere Schritte – und zeigt zudem mögliche berufliche Alternativen auf.

Und was kostet all das nun? Hier gibt's eine gute Nachricht: Die Finanzierung der Leistung übernehmen laut BFW in der Regel Rehabilitationsträger wie die Deutsche Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit, Berufsgenossenschaften oder Integrationsämter. Dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer entstünden mithin keine Kosten.

Das BFW

Als überregionales Zentrum kümmert sich das Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg, Sitz in Veitshöchheim, seit 1962 um die berufliche Bildung von erwachsenen blinden und sehbehinderten Menschen.



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