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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Durchblick ohne Augenlicht
Selbstversuch mit Schwarzbrille: MdB Paul Lehrieder besuchte das BFW
MAIN-POST WÜRZBURG

Einen Rundgang der besonderen Art erlebt Würzburgs Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder im Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg. In dem Bildungszentrum für sehbehinderte Erwachsene absolviert Lehrieder die ersten Besuchsstationen mit einer Schwarzbrille über den Augen. BFW-Geschäftsführer Alfred Schulz vermittelte so dem gelernten Augenoptiker einen vagen Eindruck darüber, was es bedeutet, sich als Betroffener blind zu orientieren und mit täglichem Training selbstständig von A nach B zu kommen. Schwerpunkt der BFW-Arbeit ist es jedoch, blinde und sehbehinderte Erwachsene in möglichst kurzer Zeit wieder fit für das Berufsleben zu machen.

MdB Paul Lehrieder (links) erfühlt beim Rundgang mit Geschäftsführer Alfred Schulz am Tastmodell des BFW Würzburg, an welcher Station des Bildungszentrums er sich gerade befindet.

Die Orientierung ohne Sehrest erfordert viel Konzentration. „Darf ich die Schwarzbrille jetzt wieder abnehmen“, fragte Lehrieder nach einiger Zeit und war erleichtert, als er seine Sehkraft zum Besuch des IT-Kurses wieder zur Verfügung hatte.

„Über 70 Prozent unserer rund 200 sehbehinderten und blinden Absolventen finden langfristig wieder einen Arbeitsplatz“, betont BFW-Geschäftsführer Schulz gegenüber dem Bundestagsabgeordneten. Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet werden in Veitshöchheim vorwiegend in Büro-, Verwaltungs-, Metall- und IT-Berufen ausgebildet und erhalten Unterstützung beim Bewerben auf dem ersten Arbeitsmarkt.

„Viele Arbeitgeber haben noch Vorbehalte, blinde oder sehbehinderte Mitarbeiter einzustellen“, sagte Schulz. Diese Zurückhaltung aber sei unnötig: „Mit den auf ihre Bedürfnisse maßgeschneiderten Hilfsmitteln, wie Bildschirm-Lesegeräten oder Braillezeilen, sind Mitarbeiter mit Seh-Handicap ebenso leistungsfähig wie ihre sehenden Kollegen.“

Dass dem so ist, erfährt Lehrieder im Kurs der angehenden Informatikkaufleute und Fachinformatiker des Bildungszentrums. BFW-Teilnehmer Martin Spernau erläutert dem CSU-Abgeordneten, wie sich blinde Menschen mittels der unterhalb der Tastatur angebrachten Braillezeile den Bildschirminhalt ertasten und sogar im Internet surfen können.

„Wie sieht es mit Bildern aus“, fragte der Bundestagsabgeordnete in die Runde. „Fotos sind für uns dann kein Problem, wenn sie in einem Begleittext beschrieben werden“, klärten ihn die Kursteilnehmer auf.

Auch das Thema eLearning wird am BFW Würzburg großgeschrieben. Über 1000 Absolventen haben sich in den vergangenen Jahren am BFW ergänzend zum Unterricht über das Internet fortgebildet. Das Angebot auf der für blinde Menschen maßgeschneiderten Lernplattform umfasst über 20 verschiedene Kurse aus den Bereichen EDV, Kommunikation und Wirtschaft, erläuterte Schulz.

Problematischer Sparkurs

Und doch: „Die Zahl unserer Teilnehmer geht seit 2010 merklich zurück“, sagte der BFW-Geschäftsführer beim Abschlussgespräch gegenüber Lehrieder. Verantwortlich für den Rückgang und den damit fehlenden Einnahmen sei der rigide Sparkurs der Rehabilitationsträger, die die BFW-Leistungen finanzieren. „Der Sparkurs geht zu Lasten der blinden und sehbehinderten Menschen, die zurück in den Beruf möchten“, so Schulz. Lehrrieder sagt zu, sich der Thematik anzunehmen.



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