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Pressemeldungen

Berichte aus dem BFW Würzburg

Umsätze erheblich eingebrochen
Neujahrsempfang im Berufsförderungswerk Würzburg
MAIN-POST Würzburg

Ökonomisch betrachtet war 2011 für das seit 1980 in Veitshöchheim ansässige Berufsförderungswerk Würzburg gGmbH (BFW) ein „annus horribilis“. Mit dieser Worten konfrontierte Geschäftsführer Alfred Schulz beim traditionellen Neujahrsempfang des BFW Mitarbeiter, Geschäftspartner und Freunden des Hauses.

Foto BFW-Geschäftsführer Alfred G. Schulz mit den Ehrengästen
Das mit 209 Ausbildungsplätzen, 199 Internats-Einzelzimmern und über 20 verschiedenen Vorbereitungs- und Weiterbildungskursen Deutschlands größte Berufsförderungswerk für blinde und sehbehinderte Erwachsene musste laut Schulz das vergangene Jahr mit einer Unterdeckung abschließen. Aufgrund des Sparkurses der Leistungsträger wie der Agentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung seien die Belegung und damit die Umsätze und Erträge um 20 bis 30 Prozent erheblich eingebrochen.

Schulz zeigte sich aber auch zuversichtlich, das BFW 2012 neu justieren zu können, um am Ende des Jahres wieder besser dazustehen.

So bietet das BFW 2012 die neue Ausbildung zum Fachpraktiker „Wellnessanwendungen“ an. Diese neue, zwölf Monate dauernde Qualifizierungsmaßnahme stehe auch Menschen mit anderen gesundheitlichen Einschränkungen offen.

Unwissende Arbeitgeber

Hierfür und um die Gesundheitskompetenz der BFW-Teilnehmer zu fördern wurde ein neuer Fitnessraum mit Milon-Geräten in Betrieb genommen. Durch individuelle Einmessung auf jeden Teilnehmer sollen diese dafür sorgen, dass schon mit zweimal 20 Minuten Training in der Woche gute Ergebnisse erzielt werden.

„Wir als überregionales Bildungszentrum für Sehbehinderte und Blinde haben die besondere Aufgabe und Verpflichtung, den Neustart der Menschen, die im Laufe ihres Lebens durch unterschiedliche Gründe erblindeten oder so schlecht sehen, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können, in einer Punktlandung am ersten Arbeitsmarkt umzusetzen“, so führte Schulz aus.

Dieser Neustart, so der Geschäftsführer, konnte bei zwei Dritteln der Menschen, die ins BFW kamen und 2011 ihre Qualifizierung beendeten, mit einer Punktlandung auf dem ersten Arbeitsmarkt gekrönt werden. „Ein gutes Ergebnis“, so Schulz. Zu verdanken sei dies der eigenen Abteilung Reha- und Integrationsmanagement, die bundesweit operiere.

Eine Lanze für die Einstellung Behinderter brach in seinem Grußwort auch Regierungspräsident Paul Beinhofer. Er verwies darauf, dass sich die Zahl der Arbeitslosen verringere, im Gegensatz dazu aber die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten im Zeitraum November 2009 bis November 2011 von 164 000 auf 172 000 anstiegen sei. Leider würden viele Arbeitgeber aus Unkenntnis und falscher Einschätzung der Beschäftigung behinderter Menschen negativ gegenüber stehen.

Beinhofer verwies hierzu auf die Beschäftigungsquote in seinem Haus, die in den letzten zehn Jahren doppelt so hoch wie die gesetzlich geforderte Quote von fünf Prozent war. Darunter sind derzeit auch vier Blinde und Sehbehinderte, die bei der Regierung einen dauerhaften Arbeitsplatz mit der entsprechenden technischen Ausstattung erhielten.

Motivierte Arbeitnehmer

Dazu Beinhofer: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen gute Leistungen erbringen, weil sie arbeitswillig und besonders motiviert sind, ihr Wissen und Können einzubringen.“

Sodann gab's vom Küchenteam um Lotte Will ein Buffet und der erblindete BFW-Mitarbeiter Peter Staubach und seine Frau Sonja Baus boten mit „musikalischen Vorschlägen zur beruflichen Orientierung“ einen Ohrenschmaus der besonderen Art.



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