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Herzlich willkommen im Berufsförderungswerk Würzburg

Der BFW-Newsletter

Aktuelle Ausgabe

Ausgabe 6/2026

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zur sechsten Ausgabe unseres Newsletters im Juli 2026, heute im Spannungsbogen von künstlicher Intelligenz und der Brailleschrift, die über 200 Jahre alt und doch immer wieder neu ist.

Künstliche Intelligenz ist längst in unserem Alltag angekommen – im Beruf, beim Lernen und in der Kommunikation. Auf dem jüngsten Verbandstag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) in Berlin stand genau diese Frage im Fokus: Wie können KI und Robotik die Mobilität und den Alltag blinder und sehbehinderter Menschen von morgen unterstützen und welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden? Auch wir leben KI und zeigen Ihnen in dieser Ausgabe, wie wir mit praxisnahen Impulsen Barrieren überwinden und digitale Teilhabe aktiv mitgestalten. So berichten wir für Sie unter anderem von der erfolgreichen DL-Hausausstellung in Marburg sowie einer großen, bundesweiten Online-Veranstaltung von KI-Kompass Inklusiv.

Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf die zeitlose Bedeutung der Brailleschrift – die Sprache der Punkte, die bis heute ein Fundament für Unabhängigkeit und Selbstständigkeit in Beruf und Alltag bildet. Erfahren Sie außerdem Neues aus unserem Projekt NVDA Nachhaltig und wie Sie verpasste Ausgaben unseres Hawaii-Podcasts ganz bequem nachhören können.

Nicht zuletzt möchten wir Sie auf unsere kommenden Termine aufmerksam machen: Schon im Juli starten unsere neuen Qualifizierungsmaßnahmen für die Fachkräfte von morgen. Wenn Sie sich beruflich neu orientieren möchten, laden wir Sie zudem herzlich zu unseren regelmäßigen, kostenlosen Schnupper- und Beratungstagen ein, um uns ganz unverbindlich kennenzulernen.

Wir wünschen Ihnen eine informative und inspirierende Lektüre!

Ihr Team vom BFW Würzburg

Sie haben Fragen, Anregungen oder möchten uns einfach persönlich kennenlernen? Melden Sie sich gerne bei uns.
Telefon: 0931 9001-0
E-Mail: kommunikation@bfw-wuerzburg.de

Hier die Themen des Newsletters zum Schnellzugriff:

Gemeinsam weitersehen – Sichtbar stark in die Zukunft! Verbandstag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. (DBSV) in Berlin.

Vom 25. bis 27. Juni drehte sich beim DBSV Verbandstag in Berlin alles um die Frage: Wie gestalten wir die Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen von morgen? Die rund 150 Delegierten diskutierten, wie KI und Robotik die Mobilität und den Alltag blinder und sehbehinderter Menschen unterstützen kann, aber auch, welche Risiken sich ergeben können.

Entschließung verabschiedet - DBSV fordert: Künstliche Intelligenz inklusiv!
Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz verändern unsere technischen Möglichkeiten zum Teil grundlegend. Damit eröffnen sich auch für blinde und sehbehinderte Menschen neue Chancen - etwa durch eine einfachere und intuitivere Bedienung von Technik, neue Funktionen von Hilfsmitteln oder eine verbesserte Zugänglichkeit analog wie digital. Das betrifft alle Lebensbereiche, von der Mobilität über den Beruf bis hin zur Haushaltsführung. Gleichzeitig müssen mögliche Risiken erkannt und begrenzt werden. Dazu zählen unter anderem die mangelnde Verlässlichkeit von KI-generierten Informationen, die Verstärkung bestehender Vorurteile durch KI-Systeme sowie der unzureichende Schutz sensibler Daten bei deren Nutzung.

Der DBSV fordert Politik und Industrie deshalb auf, Barrierefreiheit, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe zu zentralen Leitprinzipien bei der Entwicklung und Einführung von KI-Systemen zu machen. Menschen mit Behinderungen müssen in Entwicklungsprozesse einbezogen werden, damit ihre Bedürfnisse und Rechte angemessen berücksichtigt werden.

Ein wichtiges Zeichen für Inklusion und Zusammenhalt
Am 2. Tag des DBSV Verbandstag war Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales wichtigster Gast einer Talkrunde zu den aktuellen politischen Herausforderungen mit den Schwerpunkten Gleichstellung, Kinder- und Jugend-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Dabei hat sie sich klar gegen die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen positioniert. Bärbel Bas betonte: "In Zeiten des Fachkräftemangels können wir auf die vielen gut qualifizierten Menschen mit Behinderungen nicht verzichten. Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und gleiche Chancen sind keine Interessen einzelner Gruppen. Sie sind der Maßstab dafür, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen."

"Mit großer Sorge nehmen wir wahr, dass Menschen mit Behinderungen zunehmend als Bürde für die Gesellschaft dargestellt werden - sei es in der Diskussion um die Eingliederungshilfe oder im Entwurf für das neue Behindertengleichstellungsgesetz, in dem alle nötigen baulichen Veränderungen und Änderungen von Gütern und Dienstleistungen pauschal als unverhältnismäßige Belastung für die Wirtschaft gelten. Dadurch werden Werte wie Menschenwürde, Gleichberechtigung und Solidarität infrage gestellt. In unserer älter werdenden Gesellschaft wird Barrierefreiheit ein wichtiger Faktor für wirtschaftlichen Erfolg werden.", erwiderte Hans-Werner Lange, Präsident des DBSV.

Praxis-Workshops zu KI in der Veranstaltungsplanung, einer maßgeschneiderten Künstlichen Intelligenz für die Selbsthilfe, überregionalen Kooperationen und der Medienversorgung der Zukunft so wie Impulse zur Arbeit der Selbsthilfe bis 2023 und die Neuwahl des DBSV Präsidiums runden die Veranstaltung ab.

BFW stark vertreten bei der DL-Hausausstellung 2026 in Marburg

Am 6. Juni 2026 waren unsere Kollegen Ernst Heßdörfer und Rainer Brell zu Gast bei der Hausausstellung der Draeger Lienert GmbH & Co. KG in Marburg. Unter dem zentralen Motto "Gemeinsam mehr Barrierefreiheit erreichen!" brachte die Veranstaltung Fachleute aus der Hilfsmittelbranche, IT-Spezialisten sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kostenträgern und Schwerbehindertenvertretungen zusammen.

Unser Team nutzte die Plattform für einen umfassenden und sehr erfolgreichen Vortrag. Ernst Heßdörfer und Rainer Brell zeigten dem interessierten Publikum praxisnah, wie moderne Software und Websites barrierefrei gestaltet, analysiert und optimiert werden können:

  • Analyse & Testing: Es wurde demonstriert, wie sich bestehende Anwendungen und Webseiten auf ihre Zugänglichkeit hin überprüfen lassen und wo Barrierefreiheit im Alltag oft noch fehlt. Dabei wurden essenzielle Prüftools wie beispielsweise Accessibility Insights vorgestellt.
  • Fehlerbehebung durch Scripting: Für den Fall, dass Anwendungen (noch) nicht vollständig barrierefrei ausgeliefert werden, zeigten die beiden die Grundlagen des Scriptings. Anhand von JAWS-Scripting und NVDA-Addons wurde veranschaulicht, wie sich bestehende Barrieren kurzfristig überbrücken und Programme dennoch bedienbar machen lassen.
  • Barrierefreier Code: Gleichzeitig wurde verdeutlicht, dass sauberer, von Grund auf barrierefrei geschriebener Code der beste Weg ist, um Abhängigkeiten von nachträglichem Scripting komplett zu vermeiden.

Der Vortrag kam beim Fachpublikum hervorragend an. Im Anschluss an die Präsentation gab es eine intensive Fragerunde mit sehr vielen Interessensfragen aus dem Plenum.

Code und Beispiele zum Nachschlagen: Die im Vortrag erfolgreich vermittelten Inhalte, Beispiele und Skripte stehen für alle Interessierten im GitHub-Repository bereit:
https://github.com/EH-BFW/BarrierefreiheitsDemos

KI-Technologien für mehr digitale Teilhabe – Möglichkeiten und Praxis im Zusammenspiel

Im Rahmen einer bundesweiten Online-Veranstaltung am 19.05.2026 von KI-Kompass Inklusiv, in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsämter und Hilfen der Sozialen Entschädigung (BIH) e. V. erhielten über 370 Schwerbehindertenvertretungen einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand von KI-Technologien für Menschen mit Sehbehinderungen. Dabei wurde deutlich, welches Potenzial KI bereits heute im Bereich von Hilfsmitteln und Anwendungen bietet. Verschiedene Beiträge zeigten auf, wie technische Unterstützungssysteme Arbeitsprozesse erleichtern und neue Zugänge zur digitalen Welt ermöglichen.

Ein besonderer Praxis-Impuls kam von unserem Entwickler Rainer Brell. Als blinder Mitarbeiter demonstrierte er live, wie er mit Hilfe einer KI-Anwendung Barrieren auf Websites umgeht. Seine Anwendungsperspektive machte anschaulich, wie digitale Hürden im konkreten Nutzungskontext überwunden werden können. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch Beiträge, die die technischen Möglichkeiten und Entwicklungen im Bereich barrierefreier Arbeitsgestaltung beleuchteten und zeigten, wie KI-basierte Lösungen gezielt unterstützend eingesetzt werden können.

Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll: Erst im Zusammenspiel von technologischer Entwicklung und praktischer Anwendung entsteht echter Mehrwert für die digitale Teilhabe.

Wir danken allen Beteiligten für die wertvollen Einblicke und den praxisnahen Austausch. Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags – im Beruf, im Lernen und in der digitalen Kommunikation. Wir leben KI! Sie auch?

Über KI-Kompass Inklusiv
Das Ziel des Projektes KI-Kompass Inklusiv ist, durch KI-gestützte Assistenztechnologien die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Hierfür wird innerhalb von fünf Jahren (bis 2027) ein Kompetenzzentrum für KI-gestützte Assistenztechnologien und Inklusion im Arbeitsleben aufgebaut. Im Projekt wird in 5 Handlungsfeldern gearbeitet: Monitoring, Beratung & Kompetenzen, Praxislabore, Partizipation und Barrierefreiheit und Ethik und Datenschutz.

Initiiert durch: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke, Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke, Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V.

Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds

Wissens Wert - Braille Die Sprache der Punkte

Wie wir am BFW Würzburg Braille vermitteln, das erfahren Sie in den nächsten Newslettern – bleiben Sie dran.

Brailleschrift – Die Sprache der Punkte
Brailleschrift ist ein tastbares Schriftsystem, das blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht, mit den Fingern zu lesen. Unsere Teilnehmenden erlernen die Brailleschrift in der blindentechnischen Grundrehabilitation.

Warum ist Braille so wichtig?
Braille bedeutet Selbstständigkeit. Sie ermöglicht das Lesen, Lernen und Arbeiten – und hilft dabei, gleichberechtigt am Alltag teilzunehmen. Besonders im Beruf unterstützt Braille:

  • beim Lesen von Notizen
  • bei Präsentationen
  • in der digitalen Arbeit über Braillezeilen
  • beim schnellen Erfassen von Informationen ohne Bildschirm...

Wie funktioniert Braille?
Ein Braillezeichen besteht aus 6 Punkten. Jeder Buchstabe ist eine eigene Kombination.

Wo findet man Braille im Alltag?
Sie begegnen Brailleschrift häufiger, als Sie denken: Auf Medikamentenverpackungen, in Aufzügen, auf Handläufen in Bahnhöfen, an Geldautomaten und vielem mehr.

Wussten Sie schon?
Die Brailleschrift wurde 1825 von Louis Braille, der selbst blind war, erfunden. Sein Ziel war ein System, das Menschen unabhängig macht – und dieses Ziel erfüllt Braille bis heute.

NVDA Nachhaltig: SightCity 2026 - Direkter Austausch mit NV Access

Die diesjährige SightCity 2026 in Frankfurt war für unser Projekt ein voller Erfolg und bot eine wunderbare Plattform für persönliche Begegnungen. Ein ganz besonderes Highlight war das direkte Treffen mit drei Vertreterinnen und Vertretern von NV Access aus Australien. In einem überaus konstruktiven Austausch hatten wir die Gelegenheit, die speziellen Bedürfnisse und Wünsche unserer deutschen Anwenderinnen und Anwender direkt an die Macher von NVDA weiterzugeben.

Eine besonders erfreuliche Nachricht aus diesem Gespräch: Es wurden Verbesserungen für die Braille-Unterstützung angekündigt! Um sicherzustellen, dass diese Entwicklungen genau dort ansetzen, wo sie am meisten helfen, wird unser Projektteam von „NVDA Nachhaltig“ eine Umfrage erstellen. Damit möchten wir Ihre genauen Bedarfe im Bereich der Braille-Nutzung abfragen. Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden, sobald die Umfrage startet.

NVDA Nachhaltig: Neue Hawaii-Folge zum Thema Outlook

Wer bei unserer 4. Hawaii-Ausgabe zum Thema Microsoft Outlook mit unserem Gast Marko Steinebach nicht live dabei sein konnte, hat nun ebenfalls die Möglichkeit, dies nachzuholen. Die Aufzeichnung steht ab sofort als Podcast für Sie bereit: Hawaii-Podcast nachhören oder RSS-Feed.

Oder wie üblich bequem über die Alexa Echo den Podcast hören.

Reminder: Ab 9. Juli 2026 starten unsere neuen Qualifizierungsmaßnahmen

Ab 9. Juli 2026 starten unsere neuen Qualifizierungsmaßnahmen, um Fachkräfte von morgen für das Berufsleben fit zu machen. Sofern Sie noch Menschen, die stark sehbehindert oder blind sind oder psychische Probleme aufweisen, zeitnah einen Einstieg in das Berufsleben ermöglichen möchten, ist eine Anmeldung bis zum Kursstart noch möglich. Alle Termine finden sie unter: Aufnahmetermine 2026

Bei Fragen und für ihre Anmeldung wenden Sie sich bitte an Herrn Karbstein und Frau Wiesmann in unserer Teilnehmerverwaltung

Dirk Karbstein, Tel. 0931 9001-142
teilnehmerverwaltung@bfw-wuerzburg.de

Alexandra Wiesmann, Tel. 0931 9001-141
teilnehmerverwaltung@bfw-wuerzburg.de

Kommen Sie vorbei! Unsere Schnupper- und Beratungstage

Sie möchten sich beruflich neu orientieren? Dann lernen Sie uns kennen! Unsere Schnuppertage bieten Ihnen die Gelegenheit, unser Bildungsangebot, unsere Räumlichkeiten und unsere Mitarbeitenden persönlich zu erleben. Tauschen Sie sich aus, stellen Sie Ihre Fragen – wir freuen uns auf Sie!

Einmal im Monat laden wir Sie herzlich zu unseren kostenlosen Schnuppertagen nach Veitshöchheim ein! Besuchen Sie unser Bildungszentrum und sehen Sie sich unverbindlich bei uns um. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Die nächsten Termine sind:
Dienstag, 7. Juli, Dienstag, 4. August und Dienstag, 15. September 2026.

Auch in unserem Regional-Center in München sind Sie herzlich zu einer kostenlosen und unverbindlichen Beratung eingeladen. Termine nach Vereinbarung.

Zusätzlich informieren wir in Regensburg und Mannheim – in Zusammenarbeit mit den regionalen Blinden- und Sehbehindertenverbänden.

Für Ihre Anmeldungen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

Teilnehmerverwaltung BFW Würzburg
Telefon: 0931 9001-141 / -142
E-Mail: teilnehmerverwaltung@bfw-wuerzburg.de

Für München:
Silvia Schlagmüller
Telefon: 0931 9001-136
E-Mail: silvia.schlagmueller@bfw-wuerzburg.de



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Foto Judith Faltl
Weitere Informationen erhalten Sie bei

Judith Faltl
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Fon 0931 9001-100
kommunikation@bfw-wuerzburg.de